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 Politik
Manuela Offline


Beiträge: 549


03.10.2008 19:43
20 Milliarden Euro für Umweltschutz in der Türkei antworten

Im Rahmen des EU-Anpassungsprozesses der Türkei sollen in der Türkei im Laufe der nächsten 7 Jahre 20 Milliarden Euro in den Umweltschutz in der Türkei investiert werden. Ein Teil der finanziellen Mittel wird von der EU gestellt werden. Bis Jahresende sollen bereits Bergbauabfallprodukte und die Emissionen von Kohlenkraftwerken unter Kontrolle genommen werden.

Umweltschutz und nachhaltiger Tourismus sind auch Faktoren, die immer mehr Urlauber in der Wahl ihres Reiseziels beeinflussen – und in dieser Hinsicht bekleckerte sich die Türkei bisher selten mit Ruhm. Das wird sich nun im Rahmen des EU-Anpassungsprozesses wohl ändern: Der türkischen Tageszeitung Hürriyet zufolge werden in den kommenden 7 Jahren 20 Milliarden Euro in den Umweltschutz investiert werden.

Eines der größten Probleme des Landes ist die große Trockenheit, die nun seit mehreren Jahren in Folge anhält und sogar die Geographie des Landes verändert, indem sie die größten Seen der Türkei Austrocknen und schrumpfen läßt. Das Problembewußtsein ist vorhanden – und nun sollen sage und schreibe 18 Milliarden Euro in die „Wasserverwaltung“ des Landes investiert werden. Eine gute Idee, steht doch neben globaler Klimaveränderung und mangelndem Regenfall auch eine falsche Bewässerungspolitik hinter der aktuellen Misere.

Doch das Umweltschutzprogramm für die Türkei sieht auch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen vor, die bereits innerhalb der nächsten drei Monate greifen sollen. Dazu gehören die Einführung eines Recyclingsystems für elektrische und elektronische Geräte, für Automobile und die Kontrolle der Emissionen der vielen Kohlekraftwerke des Landes.

Verursacherprinzip

Doch neben den Investitionen ist auch die Einführung eines bisher landesweit wohl vollkommen unbekannten Prinzips geplant, das bei einer wirksamen Umsetzung viele Probleme an der Wurzel packen könnte: Die Einführung des „Verursacherprinzips“. Es soll nächstes Jahr gesetzlich verankert werden, und man kann nur hoffen, daß es auch wirklich umgesetzt wird.

Luftverschmutzung

In den vielen Städten, in denen es noch kein Erdgas zur Heizung gibt, führt das Heizen im Winter zu einer unerträglichen Belastung an Smog, die an den notorischen Smog im London des beginnenden Industriezeitalters erinnert. Dem will man mit „Zentren für reine Luft“ abhelfen, deren erstes 2011 im Marmaragebiet eingerichtet werden soll. Ab 2011 sollen auch endlich Batterien und Akkus umweltschonend entsorgt werden – in Europa schon lange eine Selbstverständlichkeit.

Naturschutzgesetz

Bisher fehlt der Türkei auch ein zentrales und wirkungsvolles Gesetz zum Schutz der Natur, obwohl in vielen Bereichen, beispielsweise der Aufforstung des Landes, bereits seit Jahrzehnten gute Arbeit geleistet wird. Auch dieses Gesetz soll nun bald erlassen werden, und ein Ämter für Naturschutz geschaffen werden, deren Struktur und Kompetenzen der bereits bestehenden Ämter für Denkmalschutz ähneln werden.

ID für Kleinvieh

Nachdem für Großvieh wie Rinder bereits seit einiger Zeit ein genaues Identifikationssystem besteht, soll dies nun auch für die zahlreichen Schafe und Ziegen eingeführt werden. 22 Millionen Euro soll alleine die Einführung von Ohrmarken für das Kleinvieh kosten. Daneben ist auch endlich ein eigenes Amt zur Kontrolle des Fischfangs geplant, daß der grassierenden Überfischung der vielfach bedrohten Bestände Herr werden soll.

Quelle: tourexpi

Angefügte Bilder:
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